"Führung auf Zeit? Nein – Führung auf den Punkt."
Das grösste Missverständnis über Interim Management – und warum es Unternehmen schadet
"Interim Management? Das ist doch nur eine Übergangslösung."
Diesen Satz hört man noch immer – in Sitzungszimmern, auf Konferenzpodien, in Personalentscheidungen. Er offenbart ein grundlegendes Missverständnis: dass "auf Zeit" gleichbedeutend sei mit "auf Sparflamme", "vorläufig" oder "ohne strategischen Anspruch".
Das Gegenteil ist wahr.
Interim Management ist Führung unter Maximaldruck – und damit unter Maximalkompetenz.
Der Begriff "auf Zeit" beschreibt lediglich die Vertragsstruktur. Was er nicht beschreibt, ist die Intensität, die Tiefe und die Wirkung der Führungsleistung. Ein Interim Manager übernimmt Verantwortung in dem Moment, in dem ein Unternehmen sie am dringendsten braucht: beim Führungsvakuum, in der Krise, beim Umbau, beim Wachstumssprung.
Wer in solchen Momenten "auf Zeit" führt, muss "auf den Punkt" liefern. Ohne Einarbeitungsphase von Monaten. Ohne die Option, Probleme auf die lange Bank zu schieben. Ohne den Komfort, erst Vertrauen aufzubauen, bevor er handelt.
Was unterscheidet "auf Zeit" von "auf den Punkt"?
Ein festangestellter Manager hat Zeit. Er kann eine Vision entwickeln, Vertrauen aufbauen, eine Kultur formen – über Jahre. Das ist wertvoll und legitim.
Ein Interim Manager hat keinen Luxus der Zeit. Er bringt bereits bewährte Methoden mit, kann Diagnosen schnell stellen, priorisiert schonungslos und setzt unmittelbar um. Das erfordert nicht weniger Kompetenz – es erfordert eine andere, verdichtete Art von Kompetenz.
Führung "auf den Punkt" bedeutet: - Schnelle Situationserfassung, auch in komplexen Umfeldern - Entscheidungen ohne vollständige Informationen – und trotzdem richtig - Kommunikation, die Vertrauen schafft, bevor Vertrauen bewiesen wurde - Umsetzungskraft ohne organisationalen Rückenwind
Das sind Spitzenkompetenzen.
Warum das Missverständnis schadet
Wenn Unternehmen Interim Management als "Notlösung" rahmen, limitieren sie den Einsatz eines der wirkungsvollsten Führungsinstrumente. Sie suchen zu spät, wählen die falschen Profile, kommunizieren falsch nach innen – und ernten damit eine Self-fulfilling Prophecy: Interim Management wirkt nicht optimal, weil es nicht optimal eingesetzt wurde.
Die klügsten Unternehmen denken heute anders. Sie setzen Interim Manager proaktiv ein: um Transformationen zu beschleunigen, um Expertise punktgenau einzubringen, um Veränderungen zu initiieren, die intern nicht möglich wären.
Nicht als Pflaster. Als Skalpell.
Der DSIM setzt sich dafür ein, dass Interim Management in der Schweizer Wirtschaft richtig verstanden wird – als Führungspräzisionsinstrument, nicht als Verlegenheitslösung.
DSIM Pressestelle
Der Dachverband Schweizer Interim Manager (DSIM) vertritt die Interessen der Interim Manager.