KI im Interim Management: Warum ohne KI keine Mandate mehr
Data Analytics, Automatisierung und Predictive Analytics verändern das Interim Management. Warum KI-Kompetenz zur Erwartungshaltung von Mandanten wird.
Ohne KI keine Interim Management Mandate mehr!
Es zeigt sich, dass KI als Qualifikation und tägliches Arbeitsinstrument – nicht nur im Kontext von Digitalisierung und digitaler Transformation – nicht mehr wegzudenken, sondern eine vorauszusetzende Fähigkeit für die Arbeitswelt ist. Das gilt auch oder vielleicht sogar insbesondere für (Interim) Manager.
Die Realität ist klar: Manager ohne fundierte KI-Kompetenz im täglichen Umgang werden in zwei bis drei Jahren nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Der Umgang mit KI-Tools wird so selbstverständlich werden wie Telefonie, E-Mails oder die Nutzung von Suchmaschinen.
Interim Manager stehen für Geschwindigkeit, Effizienz und Ergebnisorientierung. KI unterstützt genau diese Anforderungen nicht als Ersatz für Führung, sondern als leistungssteigerndes Instrument.
Beschleunigung von Analysen und datengetriebenen Entscheidungen
Interim Manager werden häufig in Transformations- oder Krisensituationen mandatiert. Zeit ist dort ein kritischer Faktor. KI ermöglicht es, Datenmengen mittels Data Analytics in kurzer Zeit zu analysieren, Finanzberichte zu verdichten sowie Chancen und Risiken sichtbar zu machen, etwa in Due-Diligence-Projekten oder bei Restrukturierungen.
Predictive Analytics unterstützt Trendprognosen in Märkten oder Supply Chains und stärkt datengetriebene Entscheidungsprozesse. Cash-Flow-Risiken können simuliert, Szenarien durchgerechnet und Prioritäten datenbasiert gesetzt werden. Entscheidungen werden dadurch nicht ersetzt, sondern fundierter getroffen. Erfahrung und Intuition werden durch belastbare Daten ergänzt.
Automatisierung einfacher Tätigkeiten
Bereits heute lassen sich zahlreiche administrative Aufgaben durch KI-gestützte Agenten effizient erledigen:
- E-Mails strukturieren oder vorbereiten
- Notizen zusammenfassen
- Protokolle erstellen
- Termine koordinieren
Solche Tätigkeiten werden im Zuge der Automatisierung und Prozessoptimierung zunehmend standardisiert. Interim Manager, die diese Möglichkeiten nutzen, gewinnen Zeit für strategische Führung und operative Umsetzung.
Unterstützung bei komplexeren Aufgaben
Auch anspruchsvollere Tätigkeiten lassen sich durch KI deutlich effizienter gestalten, vorausgesetzt, die Tools werden professionell konfiguriert und bewusst eingesetzt.
Dazu gehören beispielsweise:
- Excel-Analysen und Szenarien-Berechnungen
- Erstellung von Presse- oder Werbetexten
- Strukturierung und Ausarbeitung von Präsentationen
- Auswertung von Kundenfeedback mittels NLP-Tools
Werkzeuge wie ChatGPT, Anthropic oder spezialisierte Analyseplattformen entfalten ihr Potenzial nur dann, wenn der Anwender versteht, wie sie konfiguriert und kritisch bewertet werden. KI-Kompetenz bedeutet nicht blinde Nutzung, sondern reflektierte Anwendung.
KI in Krisen- und Transformationsprojekten
Gerade in Restrukturierungen, Sanierungen oder umfassenden Transformations- und Digitalisierungsprojekten kann KI ein Beschleuniger sein. Risiken, etwa in der Lieferkette oder in der Liquiditätsplanung, werden früher erkannt. Skill-Gaps in Organisationen lassen sich datenbasiert identifizieren.
Im HR-Umfeld unterstützt KI beim Talent-Matching und bei der strukturierten Bewertung von Kompetenzen. Dadurch können Massnahmen gezielter eingeleitet und Restrukturierungsprozesse effizienter umgesetzt werden.
Datenschutz und professionelle Nutzung
Interim Manager arbeiten mit sensiblen Unternehmensdaten. Die Nutzung von Business-Accounts ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass Daten nicht für Trainingszwecke oder andere externe Zwecke verwendet werden.
Ebenso zwingend ist die Beachtung der Datenschutzvereinbarungen des jeweiligen Mandanten. KI darf ausschliesslich im Einklang mit Compliance-Vorgaben eingesetzt werden.
Fazit: KI als Grundvoraussetzung professionellen Interim Managements
KI ersetzt keine Führungspersönlichkeit, keine Entscheidungsstärke und keine Verantwortung. Sie erhöht jedoch Effizienz, Geschwindigkeit und Qualität. Interim Manager sollten sich deshalb aktiv und regelmässig mit KI-Anwendungen befassen. KI-Kompetenz wird zunehmend eine Erwartungshaltung der Mandanten an die Interim Manager. Wer sich dem Thema verschliesst, wird in absehbarer Zeit keine Mandate mehr gewinnen und nicht mehr mithalten können.
Vieles spricht dafür, dass KI-Kompetenz in wenigen Jahren zur Selbstverständlichkeit professioneller Führung gehören wird.
DSIM Pressestelle
Der Dachverband Schweizer Interim Manager (DSIM) vertritt die Interessen der Interim Manager.