Interim Manager vs. Festangestellter Manager – Unterschiede und Einsatzfelder
Wann ist ein Interim Manager die bessere Wahl, wann ein festangestellter Manager? Ein Überblick über Unterschiede, Einsatzfelder und Wirkung der beiden Modelle.
Bei der Besetzung von Führungspositionen stellt sich die Frage ob diese langfristig durch einen festangestellten Manager oder temporär durch einen Interim Manager besetzt werden sollte. Entscheidend ist die jeweilige Situation, der Handlungsbedarf und die Erwartungen an Wirkung und Geschwindigkeit.
Der festangestellte Manager: Stabilisierung und langfristige Integration
Ein festangestellter Manager ist zu bevorzugen, wenn eine Funktion dauerhaft und langfristig besetzt werden soll, die Aufgabe in erster Linie darin besteht, Strukturen zu stabilisieren und ein Team langfristig zu entwickeln – und die für die Suche notwendige Vorlaufzeit möglich ist.
Die Suche nach einer passenden Persönlichkeit nimmt Zeit in Anspruch. Neben fachlicher Qualifikation ist der Kultur-Fit zentral, da der Manager Vertrauen aufbauen, Menschen gewinnen und überzeugen muss. Zudem wird eine längere Einarbeitungszeit üblich: Nach etwa drei Monaten ist eine Einarbeitung abgeschlossen, nach 100 Tagen werden erste strategische Weichenstellungen und teils auch Ergebnisse erwartet.
Festangestellte Führungskräfte bringen ihre Erfahrung typischerweise aus einer klassischen Linienkarriere mit. Externe Impulse sind zwar willkommen, stehen aber nicht im Vordergrund. Meist stammen die Kandidaten aus derselben Branche, wo tiefes Markt- und Branchenwissen geschätzt wird.
Auch wirtschaftlich und arbeitsrechtlich unterscheidet sich dieses Modell: Festangestellte Manager haben einen Arbeitsvertrag als Angestellter, erhalten ein Gehalt aus fixer und variabler Vergütung, sind im Falle einer Kündigung abfindungsberechtigt und eine langfristige Investition des Unternehmens.
Der Interim Manager: Wirkung auf Zeit und Tempo in der Umsetzung
Interim Manager sind dann zu empfehlen, wenn kurzfristiger und dringender Handlungsbedarf besteht, etwa in Krisensituationen, bei Transformationsprojekten oder zur Überbrückung einer Vakanz. Ein passender Interim Manager kann meist schon innerhalb eines Monats gefunden werden und benötigt kaum Einarbeitungszeit. Schon nach kurzer Analysephase werden Maßnahmen definiert, nach 100 Tagen sollten erste substanzielle Ergebnisse nachgewiesen werden können.
Der Fokus liegt auf Entscheidungsstärke und Umsetzungsgeschwindigkeit. Interim Manager sind nicht emotional an die Organisation gebunden und haben keine Vorbehalte gegenüber notwendigen Veränderungen. Entscheidungen treffen und umsetzen steht im Vordergrund.
Die Stärke des Interim Managers liegt im externen Impuls: Sie bringen Benchmarks, Best Practices und Umsetzungserfahrungen aus einer Vielzahl von Projekten und Branchen ein. Diese Vielfalt macht sie besonders wertvoll in Phasen, in denen externe Perspektive und schnelles Handeln gefragt sind.
Wirtschaftlich unterscheidet sich das Modell deutlich: Interim Manager arbeiten projektbezogen mit einem zeitlich befristeten Mandat und einem höheren Tagessatz als festangestellte Manager. Dafür bieten sie Flexibilität, das Mandat kann kurzfristig beendet oder verlängert werden, je nach Projektfortschritt und Bedarf.
Fazit: Zwei Modelle, unterschiedliche Wirkung
Die Entscheidung zwischen festangestelltem und Interim Manager hängt von der Situation ab.
- Festangestellte Manager sind die richtige Wahl für Stabilität, langfristige Führung und den kontinuierlichen Ausbau von Strukturen.
- Interim Manager sind die Lösung, wenn akuter Handlungsbedarf besteht, schnelle Umsetzung gefragt ist und externe Expertise für eine klar umrissene Aufgabe eingebracht werden soll.
Beide Modelle ergänzen sich, entscheidend ist, die jeweilige Herausforderung realistisch einzuschätzen und das passende Format zu wählen.
DSIM Pressestelle
Der Dachverband Schweizer Interim Manager (DSIM) vertritt die Interessen der Interim Manager.